eSport boomt: Bundesligisten am Puls der Zeit


eSport ist aus dem Sportbereich nicht mehr wegzudenken und zahlreiche Clubs der Fußball-Bundesliga sind auf diesen Zug längst aufgesprungen. Kritische Stimmen gibt es nach wie vor, doch Tatsache ist: Wer am Ball bleiben will, kommt am eSport nicht vorbei.

Michael Bittner und Erhan Kayman stehen im Konfetti-Regen und stemmen die Meisterschale in die Höhe. Beide tragen das Trikot von Werder Bremen und sind die glücklichsten Menschen auf der Welt. Wer denkt, er hätte etwas verpasst, irrt nicht. Bremen steckt in der deutschen Fußball-Bundesliga noch immer im beinharten Abstiegskampf und kämpft sich Punkt für Punkt durch die Saison.

Bittner und Kayman stehen zwar bei den Norddeutschen unter Vertrag, allerdings spielen sie in der eSport-Abteilung des Vereines. Im Februar haben sie auch die zweite Saison der virtuellen Bundesliga - die VBL Club Championship - für sich entschieden. Bremen darf sich nun zweifacher deutscher FIFA-Meister nennen. Rekordmeister in jener Fußball-Simulation, die in Deutschland die Massen begeistert und bei der Veröffentlichung regelmäßig für lange Schlangen vor den Elektromärkten sorgt.

Bundesligisten wollen sich Stück vom Kuchen sichern

In der VBL Club Championship treten seit der Spielzeit 2018/19 22 deutsche Clubs gegeneinander an, 13 aus der 1. und neun aus der 2. Bundesliga. Die teilnehmenden Vereine haben sich längst davon überzeugen lassen, in den virtuellen Fußball zu investieren. Ihr Geschäftsmodell basiert auf vier Säulen: Merchandising, Sponsoring, Livestream-Vermarktung und Preisgelder. Vom letztgenannten Aspekt profitierte 2019 vor allem Mohammed „MoAuba“ Harkous. Der Deutsche wurde zum FIFA-Weltmeister und kassierte ein stattliches Preisgeld.

Durch ihre Präsenz im eSport lässt sich aus Sicht der Bundesliga-Vereine eine Zielgruppe zwischen 16 und 25 Jahren erreichen. Das Erreichen dieser Zielgruppe ist über klassische Kanäle heutzutage nur noch schwer möglich. Die Streaming-Plattform Twitch oder auch Spartenkanäle der Privatsender wie ProSieben Maxx freuen sich im eSport-Bereich zudem über rasant zunehmende Quoten, die Unternehmen auf den Geschmack gebracht haben. Immer mehr Werbeträger wollen in diesem Markt mitmischen. Verständlich, dass die Bundesliga-Klubs von diesem größer werdenden Kuchen etwas abhaben wollen.

VBL Club Championship ohne Bayern und Dortmund

Ein Wermutstropfen für die VBL Club Championship bleibt die Abwesenheit zweier deutscher Spitzenclubs: Borussia Dortmund lehnte den Einstieg in den eSport bisher strikt ab. Dieser Haltung schließt sich auch der FC Bayern an und verweigerte sich dem virtuellen Fußball für lange Zeit. Mittlerweile wagte der Rekordmeister den Einstieg in die eFootball Pro League. Diese steht nicht in der Verantwortung von FIFA-Produzent EA Sports, sondern fällt in die Hände von Bayern-Partner Konami. Deshalb spielen Teilnehmer in diesem internationalen Wettbewerb nicht FIFA, sondern Pro Evolution Soccer. Ein paar wenige Vereine, wie der FC Schalke 04, schicken nicht nur Teams in Fußball-Simulationen - sie messen sich auch im Strategiespiel „League of Legends“.

Die neuen Technologien in Augmented Reality und Virtual Reality sorgen dafür, dass sich der eSport ständig weiterentwickelt. Es wird nicht mehr lange dauern, bis alle Clubs der 1. Bundesliga auf diesen Zug aufspringen werden. Dass die deutsche Fußball-Liga (DFL) als Mitinitiator der VBL Club Championship agierte, unterstreicht das ernsthafte Interesse, realen Fußball mit der Simulation zu koppeln. Ob die komplette Bundesliga dann allerdings gegeneinander antreten wird, darf angesichts der konkurrierenden Spielehersteller EA Sports und Konami bezweifelt werden.
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